Freitag, 21. November 2008

Ackerschachtelhalm als Heilpflanze

Was für den Landwirt und Gärtner ein Ärgernis ist, offenbart sich mitunter dem Heilkundigen als Hinweis für die tiefverborgenen Heilkräfte: So unscheinbar die blütenlose Sporenpflanze über der Erde aussieht, dem unter der Erde verborgenen weitverzweigten, tiefliegenden Wurzelwerk ist kaum beizukommen. Vielleicht ist dies auch ein Zeichen - die alten Heilkundler sprachen von „Signaturenlehre" - für die zwar im Verborgenen wirkende, aber eben darum um so tiefgreifendere Heilwirkung des Ackerschachtelhalms, der im Volksmund besser als Zinnkraut bekannt ist.
Neben leicht sandigem bis lehmigem Ackerland besiedelt der Ackerschachtelhalm Wald, Wiesen und Grabenränder, Ödland, Böschungen und zuweilen auch Gärten. Er gilt als Zeigerpflanze für Grundwasser, doch er saugt nicht nur Wasser: Der Ackerschachtelhalm holt lebenswichtige Mineralien aus der Tiefe, er gehört zu den mineralstoffreichsten Heilpflanzen.
Wichtigste Heilsubstanz ist die Kieselsäure, von der die Pflanze bis zu zehn Prozent enthält. Ihre Abkömmlinge - die Silikate - werden heute in der Vollwerternährung als essentielle Vitalstoffe sehr geschätzt. Hauptlieferant sind hierfür vor allem Hafer, Gerste und alle grünen faserreichen Gemüse. Rund ein Prozent der im Ackerschachtelhalm enthaltenen Kieselsäure-Verbindungen sind wasserlöslich und können nicht nur über den Mund, sondern auch über die Haut aufgenommen werden. Dem hohen Gehalt an Kieselsäure ist auch die wohltuende Wirkung der Heilpflanze auf das Bindegewebe zu verdanken. Durch Einlagerungen von Kieselsäure wird es gefestigt. Egal ob als Tee oder Badezusatz verwendet, die Widerstandskraft des gesamten Organismus wird gesteigert. Während bereits im Altertum eine blutstillende, harntreibende und hustenlindernde Wirkung des Ackerschachtelhalms bekannt war, geriet mit Beginn der Neuzeit, Mitte des 15. Jahrhunderts, der Wert dieser Heilpflanze zunehmend in Vergessenheit.

Keine Kommentare: